Keiner will gewinnen

Erfahrungsgemäß geht die Diskussion nach „So sehen Sieger aus!“ weniger in Richtung der Praktikabilität oder Anwendbarkeit von Sun Tsu’s Thesen oder der 36 Strategeme, sondern ganz allgemein darum, ob es legitim ist, Taktiken überhaupt anzuwenden.

 

Das ist interessant, denn normalerweise sitzen im Auditorium erfahrene Einkäufer oder Verkäufer, gestählt und erprobt in unzähligen Verhandlungen, mit allen Wassern gewaschen. Trotzdem pendelt die Diskussion zwischen „Und wenn mir einer mit sowas kommt, dann…!“ und „Aber tun wir das nicht alle?“.

Kann das sein? Alle tun es, aber man spricht nicht darüber?

 

Noch interessanter: kaum jemand mag in einem geschäftlichen Kontext das Wort „Sieg“ oder „gewinnen“ in den Mund nehmen und sei es nur, um das Ziel zu umschreiben, den eigenen Standpunkt oder das eigene Verhandlungsziel durchzusetzen.

 

Was halten wir von einem Fußballer, der vor einem Spiel erklärt „Wir werden versuchen, kooperativ und konstruktiv ein Win-Win-Situation zu erarbeiten, mit der beide Mannschaften gut leben können.“?

 

Ist das allein sprachliche Correctness?

Dürfen sich nur Sportler darüber freuen, wenn sie gewonnen haben?

Oder ist es doch die perfekte Anwendung des Strategems Nr. 10 „Hinter dem Lächeln den Dolch verstecken“?

 

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