Compliance Management im alten China 2 - Der König erschrak...

Fortsetzung von 

Compliance Management im alten China 1 - Die Damen kichern

 

Als nun König Helu sah, dass seine Lieblingskonkubinen enthauptet werden sollten, erschrak er und schickte eilig folgende Botschaft nach unten: „Wir sind zufrieden mit der Fähigkeit des Generals, die Truppen zu führen. Wenn Wir dieser beiden Konkubinen beraubt werden, wird unser Essen und Trinken den Geschmack verlieren. Wir wünschen nicht, dass sie enthauptet werden.“

Sun Tsu erwiderte. „Nachdem ich einmal die Ernennung Eurer Majestät zum General der Streitkräfte erhalten habe, gibt es gewisse Befehle Eurer Majestät, die ich, wenn ich als solcher handle, nicht akzeptieren kann.“ Und seinen Worten getreu ließ er die beiden Anführerinnen sofort enthaupten und setzte die nächsten beiden als Anführerinnen an ihre Stelle. Daraufhin wurde wieder die Trommel geschlagen und die Mädchen machten alle Schritte, drehten sich nach rechts und links, marschierten geradeaus, machten kehrt, knieten oder standen, alles mit höchster Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit, und keine wagte, einen Laut von sich zu geben.

 

Hier könnte die Geschichte nun enden, denn das Wesen von Compliance ist damit hinreichend erklärt: es gibt Regeln zu befolgen, entweder von außen, zum Beispiel einer Behörde auferlegt oder von innen, aus Organisation.

Compliance Management wäre damit der Prozeß, diese Regeln bekannt zu machen und dafür zu sorgen, dass sie befolgt werden.

 

Der Biograph Sun Tsu's legt in seiner Geschichte noch ein Schäuferl nach mit einer Lektion in Sachen Leadership. 

Sun Tsu schickte einen Boten zum König und ließ ihm ausrichten: „Herr, Eure Soldaten sind jetzt richtig ausgebildet, sie halten Disziplin und sind bereit für die Inspektion durch Eure Majestät. Fordert sie auf, durch Feuer und Wasser zu gehen, und sie werden sich nicht widersetzen.“

Doch der König erwiderte: „Der General soll den Drill einstellen und ins Lager zurückkehren. Wir haben nicht den Wunsch, die Truppen zu inspizieren.“

Darauf Sun Tsu: „Der König schätzt schöne Worte, doch er vermag sie nicht in Taten umzusetzen.“

Da sah der König von Wu, dass Sun Tsu ein Mann war, der ein Heer zu führen wusste, und er ernannte ihn in aller Form zu seinem General.

 

So wurde Sun Tsu zum General des Königs von Wu und beinahe zwei Jahrzehnte blieben die Armeen von Wu siegreich über ihre Feinde.

 

 

 

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